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Alptraumthema Schlaf

Schlafstörungen - eine Volkskrankheit greift um sich

Alptraumthema Schlaf

Nacht für Nacht spielt sich in vielen deutschen Schlafzimmern das selbe Drama ab: "Ich will schlafen, doch mein Körper weigert sich." Für 12 Millionen Menschen in Deutschland ist eine erholsame Nachtruhe zum Relikt aus fernen Kindertagen geworden. Längst haben sich Schlafstörungen zu den großen Krankheiten unserer Zivilisation gesellt. Die Kosten für übermüdungsbedingte Unfälle werden weltweit auf 400 Milliarden Dollar jährlich geschätzt.

Zu den Schlafkillern Nummer eins zählen die typischen Folgeerscheinungen unserer technisierten Welt: Stress und Sorgen am Arbeitsplatz oder in der Familie. "80 Prozent der Schlafprobleme liegen in der Seele begründet. Nur in 15 Prozent der Fälle werden chronische Schlafstörungen durch körperliche Beschwerden ausgelöst", erläutern Dr. med. Susanne Holst und Ulrike Meiser in dem TRIAS-Ratgeber "Gesunder Schlaf" (TRIAS, Stuttgart. 2004). Holst ist Ärztin und arbeitet seit vielen Jahren als Fernsehmoderatorin und Gesundheitsjournalistin. Meiser ist freie Lektorin und Autorin.

Entspannung ist alles
In unserer schnelllebigen Gesellschaft, in der wir in immer kürzerer Zeit immer mehr leisten müssen, fällt es vielen schwer, ein- oder durchzuschlafen. Der Körper kann sich nicht mehr regenerieren, das Immunsystem wird geschwächt, Lebensfreude und Vitalität gehen verloren. Als problematisch sehen Holst und Meiser an, dass Schlaf ein Phänomen sei, dass sich unserem Wollen zu einem großen Teil entziehe. "Wir können uns ihn nicht nehmen, er muss über uns kommen", erklären die Autorinnen. Daher sei die erste Voraussetzung, um einschlafen zu können, sich zu entspannen.

Heiße Milch mit Honig, Baldriandragees oder Shiatsu?
Mit Hilfe eines Schlaftests und eines Fragebogens können die Betroffenen zunächst herausfinden, was ihre Bettruhe beeinflusst. Eine Palette an therapeutischen Maßnahmen sollen den unfreiwilligen Nachteulen helfen, wieder einen gesunden Schlaf-Rhythmus zu erlangen: von Entspannungs- und Atemübungen, Anti-Stress-Massagen über müde machende Getränke, Akupressurbehandlungen bis hin zur Einnahme von pflanzlichen und - in Absprache mit dem Arzt - synthetischen Schlafmitteln. Adressen von Schlafambulanzen, Schlafschulen und -labors runden die Therapieangebote ab.

Auch Schäfchenzählen macht schläfrig
Nach Meinung der Schlafexpertinnen helfen bereits kleine Einschlafrituale, das auf Hochtouren laufende Gehirn wie eine Maschine langsam herunterzufahren. Das könnte beispielsweise die gedankliche Planung des nächsten Urlaubs oder die Umgestaltung des Wohnzimmers sein: "Wichtig ist allein, dass die Gedanken auf etwas Nützliches oder Schönes umgelenkt werden und der Prozess der Entspannung eintritt." Das Gehirn setze dabei bestimmte Botenstoffe frei und damit werde der Übergang von der Wach- in die Schlafphase ermöglicht.


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