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ADHS

"Die Unruhe steckt mitten in mir drin ..."

Chancen für Kinder mit ADHS

Was haben Einstein, Mozart, Clinton und Gates gemeinsam? Sie sprühen vor Ideen, sind begeisterungsfähig und redegewandt. Und: Bei allen wird ADHS vermutet. Bei Menschen mit ADHS sind diese außergewöhnlichen Eigenschaften immer nur eine Seite der Medaille. Es fällt ihnen beispielsweise schwer, still zu sitzen, sie sind unruhig, am liebsten in Bewegung. Andere können sich nur mit Mühe länger auf eine Sache konzentrieren, da sie sich leicht ablenken lassen. Wieder andere gehen bei der kleinsten Kritik in die Luft und werden so rasch zum sozialen Außenseiter. Bei vielen treten alle Symptome auf einmal, zum Teil in unterschiedlich starker Ausprägung, auf.


"Das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom, kurz ADHS, ist zwischenzeitlich die häufigste psychische Störung bei Kindern: Rund drei bis fünf Prozent sind davon betroffen", fassen Andreas Warnke und Ulla Satzger-Harsch zusammen. In ihrem Ratgeber "ADHS - Das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom" (Trias, Stuttgart. 2004) zeigen sie Familien mit ADHS-Kindern, wie sie die Erkrankung feststellen und mit welchem "erzieherischem Handwerkszeug" sie ihrem Kind gezielt helfen können. Ein Extra-Teil wendet sich an die betreuenden Lehrer, die bei einem Kind mit ADHS vor zusätzlichen pädagogischen Herausforderungen stehen.

Nicht jedes schwierige Kind hat ADHS
Wann spricht man von ADHS? Man kann von einer Störung ausgehen, "wenn das Kind aufgrund der ADHS-Symptome seine alltäglichen Aufgaben nicht mehr bewältigen kann, das heißt, es in der Schule scheitert, es in der Familie täglich Streit gibt oder ein Ausschluss aus Kindergarten oder Schule droht", erklären der Kinder- und Jugendpsychiater und die Diplom-Biologin. Die Probleme beschränken sich dabei nicht auf eine Entwicklungsphase des Kindes, sondern treten über mindestens sechs Monate auf. Mit Hilfe einer Checkliste können Eltern das Verhalten ihres Kindes mit typischen ADHS-Symptomen vergleichen. Besteht der Verdacht auf ADHS, muss eine Untersuchung durch den Haus- oder Kinderarzt erfolgen.

Die Autoren stellen in ihrem Buch ganz unterschiedliche Therapiebausteine vor, die entweder die Kinder selbst oder die Eltern im Umgang mit den betroffenen Kindern schulen. Bei vielen Kindern bildet die Einnahme von stimulierenden Medikamenten eine wichtige Hilfe. Der Wirkstoff Methylphenidat hilft zum Beispiel, die Aufmerksamkeit und Selbstbeherrschung besser zu steuern. Warnke und Satzger-Harsch betonen jedoch, dass erst, wenn eine Elternberatung, eine Verhaltenstherapie oder andere Therapieansätze nicht fruchteten, eine medikamentöse Behandlung in Erwägung gezogen werden sollte.

Die Experten haben ihren Ratgeber in farblich verschieden gestalteten Teilen aufgebaut: Lehrer finden Hinweise, wie sie sich im pädagogischen Notfall verhalten soll. Für Kinder liegen Stopschilder bei, die sie an ihre Tür kleben können, wenn sie ungestört sein wollen. Die Eltern können einen Belohnungsplan entnehmen, auf dem sie Punkte für korrekte Verhaltensweisen eintragen können. Die Materialien sind alle auf perforierten Bögen und lassen sich leicht heraustrennen.






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