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Vitaminsupplementation bei HIV-infizierten Frauen

Vitaminsupplementation bei schwangeren HIV-infizierten Frauen verbessert das Säuglingswachstum

B-Vitamine und die Vitamine C und E haben einen wachstumsfördernden Effekt auf Säuglinge HIV-infizierter Mütter, erläutert heute Diplom Oecotrophologin Claudia Reimers von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. in Aachen.

Erhalten HIV-positive Mütter während Schwangerschaft und Stillzeit ein Multivitaminpräparat, so verbessert sich das Wachstum ihrer Kinder in den ersten zwei Lebensjahren deutlich.

Dieses Ergebnis stellten Wissenschaftler der Universität Boston (USA) in Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Tansania in einer jüngst veröffentlichten Studie (1) im American Journal of Clinical Nutrition vor. Die Wissenschaftler untersuchten rund 890 HIV-positive Mütter aus Tansania während und nach der Schwangerschaft. Dazu teilten sie die Mütter in vier Gruppen ein: die erste Gruppe erhielt ein Multivitaminpräparat, bestehend aus den Vitaminen B1, B2, B6, B12, C, E, Niacin und Folsäure. Die zweite Gruppe bekam zusätzlich Vitamin A plus Beta-Carotin, die dritte Gruppe erhielt ein Multivitaminpräparat mit einem Zusatz von Vitamin A und die vierte Gruppe erhielt ein Placebo (Scheinmedikament).

Die Gabe des Multivitaminpräparates an die Mütter zeigte dabei den größten Effekt auf das Wachstum der Kinder. Vitamin A in Kombination mit Beta-Carotin hatte keinen Effekt, ebenso wenig wie das Placebo. Vitamin A als Zusatz zum Multivitaminpräparat senkte sogar den positiven Effekt der Multivitamine.

Der Vitaminstatus von Neugeborenen ist abhängig von der Vitaminversorgung ihrer Mütter. Vitaminunterversorgte Mütter bringen eher Kinder zur Welt, bei denen eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass diese selbst einen Vitaminmangel entwickeln. Gerade bei HIV-positiven Müttern ist das Risiko eines Mikronährstoffmangels während der Schwangerschaft besonders hoch. Aufgrund der HIV-Infektion haben die Betroffenen einen erhöhten Vitaminverbrauch und damit einen erhöhten Bedarf an diesen Mikronährstoffen. Durch eine geringe Vitaminaufnahme verschlimmert sich die Unterversorgung noch. Dieses ist insbesondere in den afrikanischen Ländern der Fall, da dort Nahrungsmangel herrscht und eine hohe HIV-Infektionsrate besteht. Eine zusätzliche Vitamingabe stärkt das Immunsystem der HIV-positiven Mütter und das ihrer Kinder. Dies sorgt für ein optimales Wachstum und vermeidet Untergewicht im Säuglingsalter. Durch die verbesserte Immunsituation treten zudem weniger Krankheiten auf. Insbesondere Durchfallerkrankungen, die eine besondere Gefährdung für Untergewicht und Mangelernährung bei Säuglingen darstellen, lassen sich vermeiden.

Die zusätzliche Einnahme von Multivitaminpräparaten ist eine preiswerte und effektive Maßnahme zur Gesundheitsvorsorge für HIV-infizierte Schwangere sowie deren Kinder, insbesondere in den Ländern der Dritten Welt, so Ernährungsexpertin Claudia Reimers abschließend.

Quelle: GfED e.V.
(1) Villamor, E. et al.: Vitamin supplementation of HIV-infected women improves postnatal child growth. Am J Clin Nutr 2005; 81: 880-8


2. Internationaler Aachener Diätetik Kongress (2. IADK) am 12. November 2005 im Karman-Auditorium der RWTH Aachen - Teilnahme für Mitglieder kostenlos.


Tipp zum Jahr des gesunden Abnehmens

Rote Johannisbeeren haben zur Zeit Saison. Sie sind reich an Vitamin C, Kalium, Kalzium, Magnesium sowie sekundären Pflanzenstoffen und enthalten kaum Kalorien. Eine große Schüssel (250 g) enthält nur 90 Kalorien. Rote Johannisbeeren eignen sich gut als kleine Zwischenmahlzeit oder als „Knabberei“ vor dem Fernseher.


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